Das 20 m-Radioteleskop Wettzell
Technische Spezifikationen


Das 20 m-Radioteleskop Wettzell (RTW)

Eigens für die geodätische Nutzung der Radiointerferometrie wurde das 20-Meter-Radioteleskop der Station Wettzell konzipiert.

Radioteleskop

Besonderer Wert wurde auf die eindeutige Definition des Bezugspunktes als Schnitt der Drehachsen (Azimut/Elevation) und auf die Stabilität der Antenne gelegt.

Technische Spezifikationen

Unter Berücksichtigung guter Empfangseigenschaften wurde dieses Ziel mit den folgenden Spezifikationen erreicht:

Antennentyp: Cassegrain-Anordnung mit Haupt- und Subreflektor, Steh-, Schwenk- und Zielachse schneiden sich im Referenzpunkt der Antenne
 
Hauptreflektor: mathematisches Rotationsparaboloid
- Durchmesser: 20 m
- Brennweite:   9 m
- Oberflächengenauigkeit: 0.35 mm rms
 
Subreflektor: mathematisches, zweischaliges Rotationshyperboloid
- Durchmesser: 2.7 m
- Oberflächengenauigkeit: 0.1 mm rms
 
Drehachsen: Azimut (=Stehachse):
- Drehbereich: +/- 270° von Süden ausgehend (gesamt 540°)
- Drehgeschwindigkeit: 3° / sec
Elevation (=Schwenkachse):
- Drehbereich: + 90°
- Drehgeschwindigkeit: 1,5° / sec
 
Meßfrequenz: X und S-Band
- X-Band: 8.1 ... 8.9 GHz (Wellenlänge: ca 36 mm)
- S-Band: 2.1 ... 2.3 GHz (Wellenlänge: ca 135 mm)

Zur Datenaufzeichnung wird das von der NASA entwickelte "Data Acquisition Terminal MK IV" eingesetzt. Als Empfänger dient ein ebenfalls von der NASA entwickelter, mit Helium auf 20 Kelvin gekühlter S/X-Band-Empfänger. Die genaue und stabile Frequenz mit einer relativen Genauigkeit von besser als 2 x 10-15 wird von Wasserstoff-Masern, die in das Zeitsystem der Station integriert sind, geliefert.